> > Natürlich kann man die Mechanismen der »Objektivierung« nicht erforschen, ohne deren Beziehungen zu den Herrschafts- und Ausbeutungsmechanismen zu berücksichtigen. Doch die Mechanismen der »Objektivierung« bilden nicht einfach den »Endpunkt« anderer, fundamentalerer Mechanismen. Vielmehr unterhalten sie komplexe, zirkuläre Beziehungen untereinander.
> > Ich halte den Ausdruck »Rationalisierung« für gefährlich. Wir sollten spezifische Rationalitäten analysieren, statt immer nur auf die fortschreitende Rationalisierung insgesamt zu schauen.
> Macht entsteht, wann immer Menschen sich zusammentun und gemeinsam handeln, ihre Legitimität beruht nicht auf den Zielen und Zwecken, die eine Gruppe sich jeweils setzt ; sie stammt aus dem Machtursprung, der mit der Gründung der Gruppe zusammenfällt.
> Macht des Volkes nicht mehr hinter ihnen steht und sie stützt. Dies ist, was Madison meinte, wenn er sagte, daß alle Regierungen letztlich auf »Meinung« beruhen, ein Wort, das für die verschiedenen monarchischen Staatsformen so gültig ist wie für die Demokratie, die ausdrücklich ihre Legitimität aus dem Volkswillen herleitet.
> keit«. »Wenn nur soziale Gebilde beständen, denen die Gewaltsamkeit als Mittel unbekannt wäre, dann wurde der Begri/ ›Staat‹ fortgefallen sein, dann wäre eingetreten, was man … als ›Anarchie‹ bezeichnen würde.« 48 Der »Staatssinn« ist nach Hegel ein »Sinn des Regierens und Gehorchens«.
> Der Extremfall der Macht ist gegeben in der Konstellation : Alle gegen Einen, der Extremfall der Gewalt in der Konstellation : Einer gegen Alle. Und das letztere ist ohne Werkzeuge, d. h. ohne Gewaltmittel niemals möglich. Deshalb ist die o- gehörte Behauptung, eine Handvoll unbewa/neter Extremisten sei imstande, »gewaltsam« – durch Geschrei, Spektakel, Krawall – den Abbruch starkbesuchter Vorlesungen zu erzwingen, obwohl eine große Mehrzahl für deren normale Durchführung stimmte, so irreführend. (An einer deutschen Universität soll kürzlich sogar ein einsamer »Protestierer« solch einen seltsamen Sieg über mehrere hundert Studenten für sich verbucht haben können.
> (Man braucht sich nur vorzustellen, was geschehen wäre, wenn ein oder ein paar unbewa/nete Juden im Vor-Hitler-Deutschland versucht hätten, die Vorlesung eines antisemitischen Professors zu unterbrechen, und die Absurdität des Geredes von der »Handvoll« extremer Elemente springt in die Augen.)
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